Warum nutzt man ein Laufset?

Aktualisiert: Aug 27

Gute Paint sollte zum Lauf passen, aber Paint ist nicht gleich Paint. Daher ist Lauf auch nicht gleich Lauf. Da man meist keine Möglichkeit hat, an der Paint etwas zu ändern, und sich auch beim selben Hersteller die Größe auch mal von Charge zu Charge ändert, tauscht man eben gegebenfalls den Lauf. Spezieller versucht man, den Innendurchmesser auf der Beschleunigungsstrecke zu verändern. Und da man nicht immer den ganzen Lauf tauschen will, weil ja oftmals nur ein Parameter - der Innendurchmesser - geändert werden soll, gibt es Laufsets.


  • Von vornherein:

Beachtet die gesetzlichen Bestimmungen in Deutschland was die Verwendung von Läufen an Markierern betrifft. Ausschließliche Verwendung im Ausland empfohlen.


=> jedes Laufsystem funktioniert nur, wenn man gute Kugeln hat (den Großteil der Genauigkeit macht die Kugelqualität, der Rest der Lauf). Schlechte Kugeln fliegen auch in einem gutem Lauf schlecht.


=> Die Kugeln über mehrere Stunden hinweg unter Spannung im Magazin zu lagern kann zu Dellen führen. Abhilfe schafft man durch mehr Schießen oder härtere Kugeln, ist in der Regel aber nur bei wirklich langen Spieltagen von Relevanz auf denen viel beobachtet und sehr wenig geschossen wird (24-Stunden-Spiele zum Beispiel).


=> Eine gute Passung von Lauf zu Kugel erkennt man daran, dass eine Kugel leicht stecken bleibt, aber durch normales Pusten durch den Lauf gedrückt werden kann. Aufgrund von Größenschwankungen macht man den Test am besten direkt mit ca. 10 Kugeln. Bei hohen Schwankungen weiß man auch gleich, dass die Paint nichts kann - und hat eine Ausrede, wenn man wieder den ganzen Tag aufs Maul kriegt. Die Hülse muss überprüft und gegebenenfalls getauscht werden, wenn andere Kugeln verwendet werden - sprich, vor jedem Spieltag. Grundlegend ist es auch, sich in ner ruhigen Minute eine fixe Distanz zu suchen und verschiedene Läufe/Hülsen usw. miteineinander zu vergleichen um für sich das beste Ergebnis zu finden.


Was ändert sich mit dem Wechsel von Standardlauf zu Laufset genau?

  • Standardofenrohr:

+ Gewinde passt zum Markierer.

+ es passen unrunde, unterschiedlich große und bis zu einem gewissen Grad auch aufgequollene Kugeln durch


- Kugel wird im Lauf "pingpongartig" bzw. "zickzackartig" beschleunigt

- in großen Standardläufen strömt viel Luft an der Kugel vorbei was zu FPS-Schwankungen führt

- in großen Standardläufen strömt viel Luft an der Kugel vorbei was unter Umständen dazu führen kann, dass der Markierer nicht mehr auf die gewünschten FPS kommt



  • Laufsets generell:

+ Kugel wird in gerader Linie beschleunigt (und bleibt dadurch auch im Laufvorderteil/Front zentral)

+ geringere FPS-Schwankungen (FPS = Feet per Second = Mündungsgeschwindigkeit)

+ geringerer Luftverbrauch

+ Das absichtliche Verwenden eines quasi "fast zu kleinen" Durchmessers (Underboring) führt zum Einklemmen der Kugeln im Lauf. Das ist wichtig bei Markierern, die keinen Detent (Gumminippel) haben, der die Kugel am Rausrollen hindert, zum Beispiel bei Pumpen wie Empire Trracer oder Sniper.

- Bei Laufsets muss darauf geachtet werden, dass die Variante gekauft wird die das zum Markierer passende Gewinde hat. In folgendem Link sind die Gewinde der meisten magazingefütterten Markierer aufgelistet:

https://www.speckops.de/blog/markierervergleich


Übersicht der verschiedenen Funktionsweisen: https://www.speckops.de/post/auf--zuschießende-markierer-ein-erklärungsversuch



Warum ist das Freakset so beliebt?


Bei Speck Ops hat sich bei allen, die ein Laufset nutzen, das normale 5" Freakhülsensystem durchgesetzt, das in nachträglich "gefreakten" Läufen genutzt wird. Die Hülsen haben eine längere Beschleunigungsstrecke als zum Beispiel Hammerhead-Fins oder das iFit-System. Die normalen Hülsen haben so gesehen die beste "Leistungsdichte". Der Genauigkeits- und FPS-Unterschied zu den XL-Hülsen ist sehr gering (siehe Video am Ende des Beitrags). Es gibt noch viele andere Systeme auf dem Markt, aber das würde hier den Rahmen sprengen.


Der nächste Vorteil bei den normalen Hülsen ist, das man so gut wie alle Läufe nachträglich freaken kann. So bleibt die originale Optik und Länge erhalten, es ist sehr preiswert und man kann sich die gängigsten Größen zulegen, da sie ein sehr breites Spektrum haben. Einige Laufsets haben keine kleineren Durchmesser als .680 oder .683.


A5-Freak Backs (Laufhinterteile) produzieren manchmal seltsamerweise Platzer, unabhängig des Hülsen-/Kugelgrößenverhältnisses. Bei nachträglich gefreakten Läufen trat dieses Phänomen in den Tests nicht auf.


Der Unterschied zwischen den bunten Alu- und Edelstahlhülsen macht sich am meisten in der Widerstandsfähigkeit beim Runterfallen bemerkbar. Leistungsunterschiede bei den FPS sind quasi nicht vorhanden (Oberflächenrauhigkeitsunterschied Ra 1 Mikrometer).


Auffällig bei den Freakhülsen ist, dass gelegentlich eine Hülse etwas größer/kleiner ist als angegeben. Ob die Fertigungstoleranz oder eventuell ein Beschriftungsfehler verantwortlich ist, ist unklar. In der Praxis interessiert's auf gut Deutsch niemanden, man nimmt sich einfach die Hülse die passt, ungeachtet dessen was draufsteht.

Es gibt seit längerem generell die Tendenz, dass Paint immer kleiner zu werden scheint.


Merke:

Den perfekten Lauf für alle Markierer gibt es nicht. Für jeden Markierer gibt es eine optimale Lauflänge für die Beschleunigung. Diese richtet sich nach der Arbeitsweise bzw. dem Arbeitsdruck und der Ventilöffnungszeit. Herausfinden kann man diese durchs Ausprobieren unterschiedlicher Lauflängen. Die optimale Lauflänge wird allerdings noch durch Faktoren wie Laufinnendurchmesser, Entlüftungsbohrungen (seitliche Löcher im vorderen Bereich des Laufs), Kugelgröße, Temperatur, Formgenauigkeit der Kugeln und den gespielten FPS beeinflusst. Der Lauf der die meisten FPS bringt, ohne die Chronoschraube zu verstellen ist der Effizienteste. Bei E-Pupsen lässt sich die Ventilöffnungszeit (Dwell) auf die Lauflänge abstimmen, bei den meisten mechanischen Markierern nicht. Das ganze Getue um die optimale Beschleunigung und den Luftverbrauch wird aber von etwas noch Wichtigerem, dem Einsatzzweck übertrumpft. Bei Feldern auf denen es eng hergeht, sind kurze Läufe das Maß aller Dinge, da der Markierer dadurch in engen Ecken und Winkeln deutlich einfacher zu manövrieren ist und man seine Position nicht durch hervorstehende Mündungen/Läufe verrät. Kürzere Läufe sind tendenziell lauter als Längere. Bei der Lautstärke spielen aber ebenfalls die Bohrungen eine Rolle. Ob ein längerer Lauf auch genauer ist, muss jeder selbst rausfinden, das ist aufgrund der vielen Parameter Glaubensfrage. Im Magfedbereich sind eher 8-10" vertreten. Nach dem Erreichen der Beschleunigungsgrenze - und da geht eben aufgrund einer Obergrenze der FPS nur ca. 7- 10 Zoll lang was - erzeugt ein Lauf jedenfalls Reibung, hat also einen Bremseffekt.


normale Kugeln => glatte Läufe

Züge in Verbindung mit normalen Paintballs sind keine sinnvolle Anwendung. Der Drall eines ballistischen Geschosses kommt davon, dass sich Züge und Geschoss sehr stark in Kontakt begeben - hierzu aufschlussreich, Wikipedia:

"Die forensische Ballistik kann über das eingeschnittene Zugprofil im Geschoss auf eine individuelle Waffe schließen." (https://de.wikipedia.org/wiki/Zug_(Waffe))

Funktionierende Züge erzeugen also scheinbar ein eingeschnittenes Zugprofil im Geschoss - aufgrund des engen Kontakts und der somit starken Reibung. Hier geht es um Kugeln aus Blei oder anderen Metallen. Würde sich in euren Paintball (außen Gelatine, innen flüssige Gelatine) im Lauf etwas einschneiden, würde man das vermutlich an 100% Laufplatzern merken. Ballistische Kugeln sind zudem stromlinienförmig und innen hart. Durch Drall drehen sie sich somit in einer halbwegs berechenbaren Art. Gibt man einem nicht 100% runden, nicht gleichmäßig gefüllten, weichen Körper wie einem Paintball Drall, dann ist die Flugbahn aber vermutlich nicht das, was man als "berechenbar" bezeichnen würde. Auch die englische Wikipedia ist nochmal nützlich, erstens wegen der Bilder eines solchen Profils und zweitens, weil sie tatsächlich beschreibt, dass durchaus auch einmal runde Kugeln mit Zügen verwendet wurden - MIT EINEM TUCH UMWICKELT.

"these early guns used an undersized ball, and a patch made of cloth, paper, or leather to fill the windage (the gap between the ball and the walls of the bore). [...] In rifled barrels, the patch also provided a means to transfer the spin from the rifling to the bullet, as the patch is engraved rather than the ball. " https://en.wikipedia.org/wiki/Rifling Auf gut Deutsch: Um eine runde Kugel mit Spin / Drall zu versehen, wurde die Kugel mit einem Tuch oder Leder umwickelt, um den Spalt zwischen Kugel und Lauf zu versiegeln. Nur so konnte der Drall vom Zug auf die Kugel übertragen werden, und dabei bekam das Tuch besagtes "eingeschnittene Zugprofil". Der erste, der das mit einem Paintball nachstellt, bekommt ein Gummibärchen.

Im Ernst, der Züge-Spaß funktioniert logisch einfach nicht mit Paintballs.

Bei der Verwendung von normalen Paintballs in gezogenen Läufen ordnen sich die Treffer nicht zentral, sondern eher ringförmig an.


Beitrag 42 von Grave

https://woodlandforum.com/board/index.php/Thread/38311-T15-Lauf/


"Vor Jahren auf MCB durchgesprochen und zur Zufriedenheit aller geklärt.

Markierer fest; Paint rund. Entfernung X (~+35 Meter).

Glatter Lauf: In Trefferkreis mit Durchmesser Y sind die Treffer gleichmäßig verteilt

Gezogener Lauf: In Trefferkreis mit Durchmesser Z sind die Treffer zu über 70% in der Nähe/entlang des Radius verteilt (kreisförmig). Z ist unwesentlich (~~4%) kleiner."


Erstschlag => gezogene Läufe

First Strike Rounds haben eine harte Plastikfinne, in denen genau der obige Effekt (eingeschnittenes Profil) sogar mal auf einem Foto festgehalten wurde. Hier ist die Geschichte also eventuell eine Andere. Zur Länge: Unserer Erfahrung nach, je länger umso genauer. Für Erstschlag nutzen wir eigentlich nur Hammerhead 14" .687er. Der Haken an der Sache ist, dass Erstschlaggeschosse mittlerweile an schwankenden Durchmessern kranken. Die Bandbreite liegt zwischen. 687 und .680. So gesehen würde es Sinn machen, einen zweiten kleineren Lauf mit zum Beispiel .684 oder .683 in der Tasche liegen zu haben (sofern man so viel Geld verbrennen will, der spürbare Unterschied ist aber eher marginal). Warum die Produzenten bei dem Preis keine gleichbleibenden Durchmesser mit ihren Spritzgussformen auf die Reihe bringen? Darüber kann man nur rätseln.


"Meine Kugeln fliegen aber im gezogenen Lauf wirklich gut!!!!!!!!!!!!!!!"

Gut möglich. Wenn die Kugeln kleiner als der gezogene Laufdurchmesser sind rotieren sie auch nicht. Züge müssen den Lauf auch nicht grundlegend unbrauchbar machen, aber man denke einfach nochmal an Blei und Gelatine, um sich vor Augen zu führen, wie groß der positive Effekt wohl ist. Ein Effekt ist hingegen recht logisch: Wenn die Kugeln nicht luftdicht in die Züge gepresst werden, strömt Luft an ihnen vorbei, was dann aber wieder zu höherem Luftverbrauch führt. Cool.



Das Freakset fällt in der Standardversion in die Kategorie 3-teilige Läufe. An ein Laufhinterteil (Back) kommt ein Laufvorderteil (Front) die es in verschiedenen Längen gibt. Die Freakhülse (Insert) wird in das Laufhinterteil geschoben (siehe Video unten). Am Bild ist gerade keine Freakhülse eingelegt. Für die XL-Hülsen werden aufgrund der Länge andere Fronten benötigt.

Freakhülsen - Größen sind in Zoll angegeben, zum Beispiel .689. Es gibt Kooperationen mit anderen Herstellern wie EMPIRE bei der die farbliche Codierung abweicht. Edelstahlhülsen sind alle silberfarben mit weißer (schlechter lesbarer) Beschriftung.

Einen Standardlauf kann man nicht in ein Freakback schrauben. Einzige Ausnahme ist der Hammerheadadapter mit dem man Hammerheadläufe (mit abgenommener Finne) ins Freakback schrauben kann. Hier nutzen aber fast alle nur kurze Hammerheadläufe wie den Widowmaker oder den Sharktooth da es sonst zu lange wird. Von dieser Kombination halte ich persönlich aber ehrlich gesagt gar nix. Für Erstschlag wird potenzielle Lauflänge mit Drall hergeschenkt und Züge bei normalen Kugeln halte ich wie oben beschrieben für nicht optimal. Am Bild zu sehen: Laufhinterteil mit innenliegender Hülse + Hammerhead vs. Freakadapter + Hh Widowmaker + Mündung

Zusammenbau eines normalen Freaklaufs ab 0:44


FPS-Test zwischen normalem und XL-Set ab 4:20



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