Paintball Basics für Larry #2: Paintballs

Aktualisiert: Jan 7

Du hast dir gerade einen Paintball-Markierer gekauft oder warst vielleicht einmal spielen? Oder noch gar nicht? Du hast zwar eine Ausrüstung aber noch gar nicht so richtig verstanden was das ganze Drumherum so soll? Dieser Artikel ist für dich!

Wie, du heißt gar nicht Larry? Das macht gar nichts. Man kann auch aus den Fehlern von anderen lernen - und dafür gibt es Larry. Wir waren auch alle mal wie Larry!

Dieser Artikel ist auch für alle die, die Larry zum ersten Mal mit aufs Feld nehmen. Man muss ihm nämlich doch ein paar Sachen erklären, bevor es losgeht. In dieser Serie wird daher mal alles von null erklärt, was dieses "Paintball" eigentlich ausmacht. Das muss einem ja alles erstmal jemand sagen.

Es ist nicht so, dass man danach schon alles weiß, aber irgendwo muss man ja anfangen.


Eventuell hast du in #1 schon alles zum Markierer gelesen? Gut, denn hier geht's nur um: Paintballs!

In diesem Bild sind 4000 Paintballs versteckt. Ob du sie finden kannst?

Paintballs sind Gelatinekugeln mit harter Schale und weichem Kern. Man kann sie essen, sie schmecken aber nicht. Manchmal muss man aber trotzdem. Das Kaliber, in dem man normalerweise™ Paintball spielt, ist Cal. 0.68. Das kann man auch umrechnen in Millimeter. Paintballs werden bei uns™ in Magazine gesteckt. Damit füttern wir unsere Markierer und nennen es Magfed. Wegen Englisch. Gleich mehr.


Es gibt durchaus auch noch andere Kaliber für Paintball: 0.50 findet man auf dem ein oder anderen Spielfeld, wo Leihausrüstungen vergeben werden, und hin und wieder wird einem jemand erzählen, dass das die Zukunft ist. Hat aber auch vor zehn Jahren schon nicht gestimmt. Das Gute an Cal. 50 für die Feldbetreiber ist aber definitiv, dass Felder weniger Lagerfläche für die gleiche Menge an Spielmaterial brauchen.


Dann gibt’s auch noch Cal. 0.43 - typischerweise aus dem so genannten RAM oder Real Action Marker Umfeld. In den letzten Jahren haben die beiden kleineren Kaliber ihren Weg vor allem deswegen in die Magfed-Szene gefunden, weil sie sehr kleine Markierer möglich machen, und so einen Zweitmarkierer (“Sidearm”) in Form einer Pistole auf dem Feld ermöglichen, mit einigen Nachteilen etwa bei der Reichweite.


Und unabhängig vom Kaliber gibt’s noch First Strike Rounds, die nicht rund sind, sondern quasi nur ein halber Paintball mit einer Plastik-Finne. Durch ihre aerodynamische Form rotieren sie im Flug um die Längsachse, und fliegen dadurch tatsächlich weiter. Jaa Larry, das wäre doch was als Sniper! Fun Fact: Seit es First Strike gibt, heißen normale Paintballs auch gerne "Roundball".


"Roundball" Paintballs werden in 2000er Kisten ausgeliefert, mit vier 500er Beuteln. 2000 Paintballs kosten zwischen ca. 30 und 75 Euro - Paint ist die Haupteinnahmequelle von manchen Feldern, die FPO (Field Paint Only) anbieten, und das lassen sie sich entsprechend vergolden. Andere Felder bieten BYO (Bring Your Own) - dann kann man sich aussuchen, wieviel man für seine selbst mitgebrachten Paintballs ausgeben möchte. Larry weiß nicht was das alles ist, und wird mit seiner eigenen Paint aus der Kühltruhe ("ist dann geiler")* auf dem FPO Feld erwischt. Sei nicht wie Larry.


*ist es nicht. Echt jetz.

Paintballs lagert man am besten möglichst kurz. Aber wenn, dann bei Zimmertemperatur und eventuell auch hin und wieder wenden, sonst werden sie unrund.


Exkurs: Magfed? bzw.: Wie viele Paintballs braucht man denn so?


Früher™ war so eine Daumenregel: eine Kiste am Tag. Da wurde noch mit Hopper gespielt, und ein Hopper war ein großes rundliches Ding, das man oben auf den Markierer gesteckt hat, und die Paintballs fielen von dort in den Markierer. Ca. 140 - 200 Kugeln waren drin, und man hatte nochmal 4x 140 Paintballs dabei.


"Wenn ich mir jetzt einen billigen Markierer mit Hopper kaufe, dann habe ich 200 First Strike? Also wie ein echter Sniper?" Nein Larry. Weil die First Strike Rounds nicht kugelförmig sind, würden sie nicht durch die Hopperöffnung kommen bzw. verklemmen. Das geht nur mit Einzelzuführung, etwa über ein Magazin.

"Achso. Dann kaufe ich eine TMC. habt ihr ja selber gesagt." Nein, Larry. Du musst darauf achten, dass der Markierer und die Magazine "First Strike Ready" sind, also eine entsprechende Form haben. Aber wenn man ein bisschen aufs Geld achten muss (wie bei der Challenge im Link), dann ist First Strike sowieso nicht das Richtige.

150 (einhunderfünfzig) Kugeln First Strike kosten, Stand Anfang 2020, ca. 65 Euro. "Aber das ist ja dann voll teuer!" Genau, Larry.


Hopperspieler gibt es immer noch, zum Beispiel in den offiziellen Paintball Ligen. Aber halt bei Speck Ops nicht. Wir haben auf Magazine umgestellt - das heißt, man hat insgesamt nur noch 100 - 140 Kugeln dabei, in handlichen Magazinen mit etwa 20 Stück . Ich berechne schnell -

gif

- das sind zwischen 5 und 7 Magazine.

"Aber das ist ja viel weniger!" Genau, Larry. Warum machen wir das?


1) Spiele mit wenig Paint sind bewegungsreicher.

Sniper in spe aufgepasst: Paintball ist ein Bewegungssport. Und weniger Paint in der Luft bedeutet: Mehr Möglichkeit, sich zu bewegen.

2) Das Handicap "Weniger Paint zur Verfügung" erhöht den Anspruch an den einzelnen Spieler. Man muss sich um mehr Dinge kümmern - etwa den Paintverbrauch und die entsprechenden Magazinwechsel. Auch des Gegners.


3) Viele interessante Events sind mittlerweile MagFed Only. Niemand stört es, wenn man mit Magazin an "normalen" Spieltagen mitmacht. Andersrum aber manchmal schon.


4) Und, wenn man so will: Es ist langfristig billiger. Man braucht statt vormals 2000 vermutlich nur noch etwa maximal 500 Kugeln pro Tag. Mehr Kohle die in die Ausrüstung gebuttert werden kann!


5) Der Vollständigkeit halber nochmal: First Strike kann man wie gesagt auch nur mit bestimmten Magfed Markierern benutzen. Dann gilt aber 4 vermutlich nicht.


Zurück also zur Paint an sich:


Gute Paint ist einer der wichtigsten Faktoren für einen gelungenen Spieltag, weil sie den Löwenanteil bei der Genauigkeit des Markierers ausmachen. Man muss bei Magfed speziell darauf achten, dass man harte Paintballs nutzt, da die Magazine Federn enthalten, die beständig Druck auf den Ball ausüben. Zu weiche Paint platzt dann oft schon im Magazin, was bedeutet - nichts funktioniert.


Teure "Turnier" Paint ist meistens dünnwandiger, mit dem Unterschied, dass sie leichter (gewünscht: am Ziel) aufplatzt. Das ist unter unseren beschriebenen Bedingungen aber gegebenenfalls kontraproduktiv. Teurere Paint ist im Bereich Magfed also plötzlich nicht mehr automatisch besser. Obacht. Man sollte also typischerweise eher auf die Kategorie "Recreational", "Field", 1-2 Sterne, ... o.ä.. ausweichen. Allgemeine Empfehlungen sind mit Vorsicht zu genießen, weil Paint von Charge zu Charge in der Produktion unterschiedlich ausfallen kann.


Man sollte auch darauf achten, dass die Magazine/Magazinfedern für die jeweilige Kugelsorte geeignet sind. First Strike-Federn sind härter als Federn für gewöhnliche Paint, was bei dünnwandigen Kugeln zu unerwünschter Verformung/Platzern führen kann. Andersherum können normale "Roundball"-Federn aufgrund fehlender Schubkraft bei First Strikes zu Ladehemmungen führen. Die Hersteller haben ihre eigenen unterschiedlichen Lösungen und Systeme, hier liegt es an jedem selbst, sich vor dem Kauf schlau zu machen. Hast du gehört, Larry?

Und nicht zuletzt - Augen auf beim Paintkauf: es gibt Winter- und Sommerpaint. Sommerpaint:

Winterpaint:

Das ist nicht zum Spaß so - Winterpaint ist nochmal härter / dickwandiger und hält niedrigere Temperaturen besser aus. Es macht also ganz großen Sinn, sie so etwa ab leicht über dem Gefrierpunkt zu verwenden, nicht nur, aber insbesondere im Magfed-Bereich.

Bonusinformation: Kann man Winterpaint auch bei höheren Temperaturen nutzen? Kann man, sie ist halt etwas härter und führt ggf. zu mehr Bouncern.



Exkurs 2: Sollte ich First Strike verwenden?


Zur Faktenlage: First Strike funktionieren wie beworben. Sie fliegen weiter als Roundballs.

First Strike sind teuer.

Kommen wir also zur Abwägung:







So Larry. Aber alles nochmal in einem Satz - Scheiß Paint? Scheiß Tag.

Und das war's schon wieder!

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©2019 by Speck Ops. Fotos by M.I.R.

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